Referenzen - Gebäude

Wiederaufbau Frauenkirche Dresden, 1992-2004 (div. Einzelaufträge)

Auftragsvolumen:
  8.500 TEUR brutto
Auftraggeber:
  Stiftung Frauenkirche, Dresden
Ansprechpartner:
 

Herr Burger;
Tel.: +49 (0) 3 51 / 49 81 10

Auftraggeber:
  ARGE Frauenkirche Dresden -
Walter- Bau AG,
Philipp Holzmann AG,
Sächsische Sandsteinwerke GmbH
Ansprechpartner:
 

Herr Löwe;
Tel.: +49 (0) 3 51 / 4 98 80



die eingerüstete Hochaltarruine während der Sicherungsarbeiten

Eckdaten:

20.000
m3 Enttrümmerung
36.740
m Bohrungen
29.590
m Verankerungen
2.030
to Verpressarbeiten

Erstsicherung der Ruine

Bereits im Jahre 1988 wurden im Zusammenhang mit der benachbarten Baumaßnahme Hotel Dresdner Hof, heute Hilton, Sicherungsmaßnahmen nötig. Damals hatte Schachtbau Nordhausen hier gearbeitet.

Nach der politischen Wende wurden diese Maßnahmen fortgeführt. 1992 erhielt die SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH in Nordhausen den Auftrag für die Sicherung der Hochaltarruine.

Sie wurde eingerüstet und mit dem sorgsamen Einsatz moderner Technik aber auch viel Handarbeit saniert, es wurden Stahlanker eingebaut und Fugen geschlossen. Die statische Stabilisierung war vorrangiges Ziel.

Mit Injektionen und Vernadelung wurde das Mauerwerk wieder zu einem festen Bau gefügt; der zerrissene Sandsteinsturz über dem Altarfenster wurde mit Hydraulikpressen wieder in seine Lage gebracht und anschließend vernadelt.

Archäologische Enttrümmerung

Nach der Erstsicherung der Ruinen war die archäologische Enttrümmerung des Schuttberges der erste Schritt zum Wiederaufbau. Sie wurde an eine Gruppe von Firmen vergeben, die unter strengen Kriterien die Gewähr bieten konnte, mit Erfahrung und der nötigen Feinfühligkeit die Stein sorgsam zu bergen und zu "archivieren".

Der Auftrag ging an die Arbeitsgemeinschaft SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH Nordhausen/ Sächsische Sandsteinwerke GmbH Pirna/ IVD Ingenieur-Vermessungsbüro Dresden.
Die Leitung lag beim Planungs- und Ingenieurbüro Dr. Wolfram Jäger, Radebeul, und stand unter Aufsicht des Landesamtes für Denkmalpflege in Sachsen.

Die archäologische Enttrümmerung hatte zum Ziel, Steine und ganze Bauwerksteile zu bewahren, um sie beim Wiederaufbau an ihrer ursprünglichen Stelle einzusetzen. Die Steine wurden mit modernen technischen, behutsam arbeitenden Hilfsmitteln, mit Kleinbaggern, Greifern und Saugeinrichtungen und viel Handarbeit Stück für Stück aus dem Schuttberg entnommen.

Im 13 m hohen Trümmerberg lagen mehr als 20.000 qm Steine, Sand und Staub. Die sogenannten Fundstücke, im wesentlichen äußere Fassaden- und innere Wandsteine, wurden lagemäßig auf dem Trümmerberg eingemessen, nach dem Abbau gereinigt, photogrammatisch erfasst, vermessen und archiviert; neben der Baustelle entstand ein großes und viel Aufmerksamkeit erregendes Regallager. Rund 85.000 "Grundstücke", die Hintermauerungssteine wurden am Elbufer gelagert.

Die wieder einsetzbaren Steine wurden mit einem Computersystem erfasst, das vom Ingenieur- und Vermessungsbüro Dresden und von der AVI-Ingenieurgesellschaft Dresden eigens für diese Aufgabe entwickelt worden war.

Funde

Bei der Enttrümmerung wurden wertvolle Stücke gefunden, die erstaunlich gut erhalten waren. Im Juni 1993, nur wenige Tage nach dem 250. Jahrestag der Baubeendigung, fanden sich das Kreuz der Kuppel mit seinem Strahlenkranz und die Kugel des Kuppelkreuzes, in der nach alter Tradition bei jedem Kirchenbau Dokumente der Bauzeit eingeschlossen werden. In der Kugel fanden sich nur Münzen aus der Bauzeit, die schriftlichen Dokumente hatten die Hitze des Brandes nicht überstanden.

Mehrfach mussten für besonders große Bauteile Spezialkräne angefordert werden. Im Einzelfall war zu entscheiden, ob die Teile als Ganzes eingebaut werden konnten oder getrennt werden mussten. Eines der größten Teile war der "Schmetterling", eine noch fest gefügte Eckturmspitze, die am 7. September 1993 mit 93 Tonnen Gewicht komplett geborgen wurde.

Zum Jahresende 1993 war der Trümmerberg der Dresdner Frauenkirche abgeräumt. Die zum Teil zweigeschossige und bis acht Meter hohe Unterkirche fand man weitgehend in gutem Zustand vor.

 

 

 
ausgeführte Arbeiten
Baugrubensicherung
Betonarbeiten
Natursteinarbeiten
Reinigungsarbeiten
statisch, konstruktive Sicherung
eingesetzte Verfahren
Betonarbeiten
Kernbohrungen
Korrosionsschutz
Spritzbeton / Spritzmörtel
Vernadelung / Verankerung
Bilder

nach der Erstsicherung konnte die Enttrümmerung beginnen...

...die Verankerungen an einem großen Trümmerstück

der 95to schwere "Schmetterling" wird mit einem Spezialkran gehoben

eine Erlebnis: das vergoldete Kuppelkreuz wird geborgen

...beim Aushub der Unterkirche

die freigelegte Unterkirche

handgeführte Kernbohrungen für die Verankerung der Neuteile
 

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