Klosteranlage,
Huysburg, 1993
Auftragsvolumen:
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230 TEUR brutto |
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Auftraggeber:
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Bischöfliches Bauamt, Magdeburg |

die gesamte Klosteranlage |
Eckdaten:
920
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m2 |
Fassadensanierung |
800 |
m2 |
Fugensanierung |
32.000
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l |
Mauerwerksinjektion |
300 |
m |
Ringanker |
Sanierung der Klosteranlage Huysburg
Architektur und Ausstattung der Kloster- und Pfarrkirche
Huysburg
Die im Jahre 1084 gegründete Kirche ist eine kreuzförmige
dreischiffige romanische Basilika mit flachgedecktem
Mittelschiff, Echternacher Stützenwechsel mit korithisierenden
Säulen und leichten Kapitellen mit Pflanzenornamentik.
Als Baumaterial wurde Kalkstein aus dem Huy verwendet.
Im 16. Jhd. wurde das Kircheninnere teilweise umgebaut:
die Krypta abgebrochen, die Apsiden im Querhaus zugemauert,
der Chorraum zur einschiffigen Anlage verändert.
Prägend ist für die Kirche seitdem die barocke
bzw. spätbarocke Einrichtung.
Mittelschiff, Querschiff und Chor haben bemalte barocke
Holzdecken von 1729. In den Seitenschiffen befinden
sich barocke Kreuzgewölbe. An der Nordseite des
Chors ist eine Kapelle, an der Südseite des Langhauses
eine Vorhalle (1756), im Westen ein querrechteckiger
Bau mit zwei romanischen Türmen, die wahrscheinlich
im 11. Jhd. errichtet sowie um je 7 m aufgestockt und
mit gotischen Helmen versehen worden sind.
Die Kirche hat zwei Apsiden. In der Ostapsis steht
der Hochaltar, der 1787 von Stubenitzky aus Halberstadt
fertiggestellt wurde mit dem Altarbild von Stratmann
aus Paderborn.
Bemerkenswert sind die Chorschranken, zwei Nebenaltäre,
die beiden Beichtstühle (1793, von dem Tischler
Eikenköller und dem Bildhauer Hinse aus Hildesheim
gefertigt), die Kanzel (um 1730), der Taufstein (Ende
17. Jhd.), Grabdenkmäler aus dem 14. und 18. Jhd.,
Deckengemälde von 1815 mit Szenen aus der Bibel
sowie die 1930/31 von Frau Lewecke geschaffenen Kreuzwegstationen
an den Wänden der Kirche.
Sanierungsarbeiten
Die Türme der Klosterkirche Huysburg mit 5,90
x 5,10 m im Grundriss sind einschließlich Helm
33 m hoch, wobei die Helme selbst 13 m messen. Der Südturm
ist oberhalb des Glockenstuhls als zweischaliges, die
letzten 3,50 m als einschaliges Mauerwerk ausgeführt.
Die Türme bestehen im wesentlichen aus Muschelkalk
und Anhydrit. Als Bindemittel zwischen den Steinen wurden
Gips und Kalkmörtel verwendet.
Der 1487 aufgestockte Teil des Südturms war stark
mit alten Dachziegel, sogenannten „Mönchskappen“,
durchsetzt. Der Bauzustand war zu Sanierungsbeginn schlecht.
Beide Türme hatten ursprünglich in östlicher
Richtung gotische, zur Kirche hin offene Bögen,
die später teils mit Fachwerk und teils mit Brettern
zugesetzt und verputzt wurden. Es gab nur noch einen
kleinen Zugang für den unteren Turmteil. Von drei
übereinanderliegenden, bretterbeschlagenen Holzbalkenbühnen
aus gelangte man auf das Gewölbe des südlichen
Kirchenschiffes und zur Turmuhr.
In 13 m Höhe beginnt der Glockenstuhl, der auf
5 Balken 26/26 cm ruht. Zwei Glocken von 110 und 90
cm Durchmesser hängen in der unteren und eine 80
cm-Glocke in einer 1695 hinzugekommenen oberen Etage.
Bis dahin existierten wahrscheinlich nur zwei Glocken.
Glockenturm und oberer Teil des Südturms sind nur
über den Nordturm und das Querschiff zugänglich.
Den Abschluss bildet ein früher schiefergedeckter,
heute kupferbeschlagener gotischer Helm.
Unter der Last des Glockenstuhls begann sich die Westwand
4 m unterhalb nach außen zu wölben. Diese
Ausbauchung wurde durch die Auflast des Helmes noch
verstärkt. Dadurch wurden die westlichen Stichbalken
aus ihren Zapfenlöchern gerissen und drohten abzustürzen.
Schon vor längerer Zeit wurden die Stichbalken
durch Stahlanker mit den Deckenbalken verbunden. Damit
war zumindest die Ausbauchung zu stoppen, durch die
bereits zahlreiche Risse in der Innenschale des Mauerwerks
entstanden waren.
Größere Risse waren danach mit Dachziegelstücken,
Schiefern und dgl. verschlossen worden.
Anschließend durchgeführte Borescope-Untersuchungen
ergaben, dass das Mauerwerk des Südturmes vor Sanierungsbeginn
insgesamt rissig war. Angebohrte Risse ließen
sich bis in die Außenschale verfolgen. Insbesondere
das 1487 aufgestockte Turmmauerwerk befand sich in einem
äußerlich stark angegriffenen Zustand.
Schwerpunkte der umfangreichen Sanierungsleistungen
an der Klosteranlage Huysburg seit 1990 waren:
- das Injizieren und Vernadeln des mehrschaligen
Mauerwerks
(Beim Injizieren war wegen zu erwartender größerer
Hohlräume Vorsicht geboten und mit niedrigen
Drücken zu arbeiten.)
- der Einbau von Ringankern
- das Verfugen mit Trasskalk
(Da die Gemäuer des Benediktinerklosters auch
im Sinne der Bearbeitung als Denkmal gelten, wurden
bei der Sanierung besonders im sichtbaren Bereich
traditionelle Handwerkstechniken angewandt. Das galt
insbesondere für das Verfugen.)
Eine weitere interessante Sanierungsaufgabe wurde an
der historischen Eingangspforte der Kirche ausgeführt.
Die Arbeiten beinhalteten:
- eine Stabilisierung des Baugrunds
- Rissverpressungen
- Vernadelungen
Die gute Zusammenarbeit zwischen den Bauausführenden
und den Bauüberwachenden trug wesentlich zum Gelingen
der durchgeführten Arbeiten bei.
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