Referenzen - Baugrund

Universitätsbibliothek, Leipzig, 1993

Auftragsvolumen:
  1.678 TEUR brutto
Auftraggeber:
  Staatshochbauamt Leipzig II
Bauüberwacher:
  HIW + Partner, Leipzig/ Hannover


Herstellung der Bohrpfähle

Eckdaten:

900
m2 überschnittene Bohrpfahlwand D=880mm mit Steckträgerverbau
1.350
m2 Einphasen- Weichgelsohle
7.500
m3 Erdaushub und Restwasserhaltung

Zum Wiederaufbau der Universitäts-Bibliothek in Leipzig wurde eine äußerst komplexe Baugrube erforderlich. Das 1891 fertig gestellte historische Gebäude wurde in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges zu 60 Prozent durch Bomben zerstört.

Besonders betroffen waren der Mitteltrakt mit dem großen Lesesaal und der Treppenhalle sowie die Süd-Ost-Ecke und die Ost-Magazine. Erst 1990 wurde mit der konkreten Planung für den Wiederaufbau begonnen.

Für diese Restaurierung wurde im zerbombten Ostflügel nach Teilabbruch eine Baugrube erstellt, um ein zusätzliches Untergeschoß für Archivräume zu gewinnen. Die Baugrube bestand an den Straßenseiten aus rückverankerten, eingeschnittenen Bohrpfahlwänden. Die noch stehenden Innenhofwände des Gebäudes an der Baugrube wurden mit Hilfe von Hochdruck-lnjektionswänden unterfangen und ebenfalls rückverankert.

Da sich die Baugrube im Grundwasser befindet, wurde sie nach unten mit Hilfe einer Gelsohle abgedichtet. Dieses Untergeschoß wird mit einem ebenso tiefer liegenden schmalen Bereich mit einem nachträglich tiefergeführten Fahrstuhlschacht verbunden. Dessen kleine Baugrube wurde mit Hilfe von HDI-Unterfangungen der bestehenden Wände sowie einer HDI-Sohle nach unten abgeschlossen. Die HDI-Sohle wurde gegen Auftrieb durch Minipfähle, die Fundamente oberhalb der HDI wurden durch Daueranker gesichert.

Um den Fahrstuhl nachträglich einbauen zu können, musste die Decke des Kellergewölbes entfernt werden. Die Lasten aus dem darüber liegenden Treppenhaus werden mit Stahlsprengwerken in die angrenzenden Wände übertragen, bis später wieder eine neue Stahlbetondecke anstelle der alten Gewölbedecke eingezogen wird.

Die im historischen Gebäude liegenden beiden Innenhöfe werden mit Glas überdacht, um großzügige Benutzerebenen und zusätzliche Magazinflächen zu schaffen. Die Umfassungswände des Ostflügels werden anschließend in historischer Form wieder aufgebaut, ebenso das architektonisch interessante Treppenhaus mit dem großen Lesesaal.

Der Bauherrenentwurf sah eine überschnittene Bohrpfahlwand mit Steckträgern, eine HDI-Unterfangung und 2-Phasen-Gelsohle als horizontale Abdichtung für die Spezialtiefbauarbeiten vor.
Die Firma SPESA erhielt den Zuschlag für die Herstellung der kompletten Baugrube auf der Grundlage eines Sondervorschlages, der die Herstellung einer Ein-Phasen-Gelsohle vorsah.

Die Arbeiten wurden zu 90 Prozent von Firmen der BAUER-Gruppe ausgeführt: Abbruch und Erdarbeiten von der Schachtbau Nordhausen GmbH, Bohrpfahlwände und Anker von der SPESA, HDI und Gelsohle von BAUER Spezialtiefbau GmbH.

 

 
ausgeführte Arbeiten
Baugrubensicherung
Baugrundverbesserung
Bauwerksabdichtung
eingesetzte Verfahren
Abdichtungen
Baugrundinjektion
Bilder

schematische Darstellung
 

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