Seemanshaus,
Leipzig, 1993-1995
Auftragsvolumen:
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2.000 TEUR brutto |
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Auftraggeber:
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Concordia Bau- und Boden AG, Köln |
Bauüberwacher:
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IKI Günther, Göppingen |

die restaurierte Fassade |
Eckdaten:
1.000
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m2 |
Klinkerfassadeninstandsetzung |
1.200 |
m2 |
Vollwärmeschutzverkleidung |
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Stuckarbeiten |
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Bildhauerarbeiten |
| 1.200 |
m2 |
Trägerverbau mit rückverankertem
Spritzbeton und Holzausfachung |
| 730 |
m3 |
HDI- Unterfangung |
| 35.000 |
m3 |
Baugrubenaushub |
Das Seemannshaus an der Prager Strasse zählte
einst zu den repräsentativsten Verlagsgebäuden
der Buchstadt Leipzig. Es entstand um 1900, wurde im
Krieg durch einen Bombentreffer in Mitleidenschaft gezogen
und zu DDR-Zeiten nur ungenügend instandgesetzt.
1990 übernahm die Concordia Bau und Boden AG im
Auftrag der Hoechst-Pensionskasse das Gebäude,
ließ für es zu einem modernen Büro-
und Geschäftshaus mit 5.000 qm Nutzfläche
im Altbau umfassend sanieren und durch 14.000 qm Fläche
in einem dreiflügeligen Anbau ergänzen.
Die Aufträge für die Baugrube des neuen
Trakts und die Sanierung gingen an die Bauer Spezialtiefbau
GmbH, NL Stuttgart, und an die SPESA Spezialbau und
Sanierung GmbH.
Baugrube und Tiefgründung
Die Baugrube wurde entlang der Prager und der Eilenburger
Strasse durch einen rückverankerten Trägerverbau
bis in 6 m Tiefe gesichert. Zum Auftrag gehörten
auch die Erdarbeiten; dabei wurden 14.000 cbm kontaminiertes
Erdreich entsorgt und auf Deponie Klasse II gebracht,
weitere 900 cbm auf Deponie Klasse III.
Die Bohrpfahlgründung wurde von der Baugrubensohle
aus hergestellt. Zur Bohrpfahldimensionierung und Qualitätssicherung
wurde ein Pfahltest durchgeführt, anschließend
wurden Großbohrpfähle im SOB-Verfahren hergestellt.
Die abzutragenden Lasten und die geologischen Bedingungen
erforderten Pfähle mit einem Durchmesser von 880
mm und 15 bis 24 m Länge. Die Pfahlbelastung betrug
bis zu 4.500 kN.
An einer Baugrubenseite wurde die Rückfassade
des Altgebäudes mit Hochdruckinjektion (HDI) unterfangen,
insgesamt über 500 cbm. Die Höhen der HDI-Körper
betrugen 8 m; dabei wurde die anstehende Braunkohle
durchfahren, um auf dem Kiessand zu gründen. Die
HDI-Arbeiten wurden vom Technischen Dienst der Bauer
Spezialtiefbau GmbH ausgeführt.
Sanierung des historischen Gebäudes
Die Tragkonstruktion des Gebäudes, eines der ersten
Stahlbetonskelettbauten in Deutschland, erforderte umsichtiges
Vorgehen beim Innenausbau. Für zwei Fahrstuhlschächte
waren Abbrucharbeiten nötig, in allen Geschossen
zog man Zwischenwände aus Kalksandstein ein.
Außen wurden 1.000 qm Klinkerfassade instandgesetzt
und die architektonischen Schmuckelemente restauriert.
Neben der fast vollständigen Erneuerung des historischen
Sockelputzes war eine Wiederherstellung der in Stuck
ausgebildeten Fensterbekrönungen, Wandreliefs und
Gesimse erforderlich.
Schwierig gestaltete sich die Restaurierung der Kapitelle
im Mittelrisalit. Anhand eines historischen Stiches
als einzig verfügbare Vorlage wurden die maniristischen
Köpfe in Bildhauerarbeit nachempfunden. An der
Hofseite wurden 1.200 qm der Fassade des Staffelgeschosses
mit Vollwärmeschutz verkleidet und verputzt.
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